18.06.2026
Verantwortungsvolles Inkasso braucht klare Standards
Offene Forderungen brauchen klare Prozesse, faire Kommunikation und verlässliche Standards. Unternehmen tragen Verantwortung dafür, wem sie das Forderungsmanagement anvertrauen.
Ein aktueller Medienbericht über Praktiken im Inkassobereich zeigt, weshalb klare Standards im Forderungsmanagement entscheidend sind. Es geht nicht nur um offene Rechnungen. Es geht auch darum, wie Unternehmen mit Kundinnen und Kunden umgehen, wenn Zahlungen ausbleiben, Forderungen bestritten werden oder finanzielle Schwierigkeiten bestehen.
Auch Inkasso Suisse hat den aktuellen Fall aufgegriffen und auf die Bedeutung klarer Branchenstandards verwiesen. Für Intrum als Mitglied von Inkasso Suisse ist zentral: Verantwortungsvolles Inkasso braucht überprüfbare Regeln, transparente Kommunikation und einen lösungsorientierten Umgang mit betroffenen Personen.
Inkasso braucht klare Leitplanken
Inkasso braucht Haltung. Fairness, Transparenz und Verhältnismässigkeit sind keine Zusatzleistungen, sondern Grundlagen einer professionellen Bearbeitung. Dazu gehört, dass Konsumentinnen und Konsumenten verstehen, weshalb sie kontaktiert werden, welche Möglichkeiten sie haben und wie sie reagieren können.
Intrum ist Mitglied von Inkasso Suisse und dem Code of Conduct des Branchenverbands verpflichtet. Dieser setzt verbindliche Standards für ein verantwortungsvolles Inkasso. Er regelt unter anderem die Kommunikation mit Konsumentinnen und Konsumenten, den Umgang mit bestrittenen Forderungen, die Behandlung von zahlungsunfähigen Personen sowie die maximal zulässigen Gebühren.
Verantwortungsvolles Inkasso beginnt bei klaren Standards und zeigt sich im konkreten Umgang mit den betroffenen Personen. Entscheidend ist, dass Konsumentinnen und Konsumenten ihre Optionen kennen und dass Unternehmen mit Partnern zusammenarbeiten, die nach überprüfbaren Regeln handelnJason Glanzmann, Commercial Director Intrum AG
Bestrittene Forderungen klären
Ein wichtiger Punkt betrifft bestrittene Forderungen. Mitglieder von Inkasso Suisse sind gemäss Code of Conduct verpflichtet, bei glaubhaft bestrittenen Forderungen den Inkassofall entweder abzuschliessen oder rechtlich klären zu lassen. Intrum weist Konsumentinnen und Konsumenten auf den Schreiben systematisch darauf hin, dass sie eine aus ihrer Sicht nicht gerechtfertigte Forderung schriftlich bestreiten können. Weitere Informationen dazu finden sich unter intrum.ch/coc.
Lösungen ermöglichen
Auch bei finanziellen Schwierigkeiten braucht es klare Wege. Intrum verfolgt seit mehreren Jahren einen lösungsorientierten Ansatz. Auf den Schreiben werden verschiedene Optionen aufgezeigt. Dazu gehören Teilzahlungsvereinbarungen, die Möglichkeit zur schriftlichen Bestreitung einer Forderung oder eine Stundung bei nachgewiesener Zahlungsunfähigkeit. Als Nachweis können betroffene Personen beispielsweise Sozialhilfebestätigungen oder Bescheinigungen über Ergänzungsleistungen einreichen.
Zudem verweist Intrum auf professionelle Unterstützung, insbesondere auf die Mitglieder des Dachverbands Schuldenberatung. Gerade wenn mehrere offene Forderungen bestehen, hilft eine unabhängige Beratung dabei, die Situation geordnet anzugehen und tragfähige Lösungen zu finden.
Verantwortung beginnt bei der Auswahl
Der aktuelle Kontext macht auch deutlich, dass Verantwortung nicht erst beim Inkassounternehmen beginnt. Auftraggeberinnen und Auftraggeber wählen ihren Inkassopartner aus. Sie entscheiden, wem sie den Kontakt zu ihren Kundinnen und Kunden in einer sensiblen Situation übertragen. Auch bei einem Forderungsverkauf bleibt relevant, nach welchen Standards und mit welchen Prozessen Forderungen weiterbearbeitet werden.
Die Wahl des Inkassopartners ist deshalb auch eine Frage der Qualitätssicherung. Eine Mitgliedschaft bei Inkasso Suisse, die Verpflichtung zum Code of Conduct, transparente Gebühren, klare Kommunikation und ein nachweislich lösungsorientierter Umgang mit betroffenen Personen sind zentrale Kriterien. Bei Mitgliedern von Inkasso Suisse besteht zudem die Möglichkeit, allfällige Verstösse über die Ombudsstelle prüfen zu lassen.
Vertrauen schützen
Verantwortungsvolles Forderungsmanagement schützt Konsumentinnen und Konsumenten. Es schützt aber auch Unternehmen, die ihre offenen Forderungen professionell bearbeiten lassen. Denn jede Kontaktaufnahme im Inkassoprozess wirkt auf die Beziehung zwischen Unternehmen und Kundinnen und Kunden zurück.
Wer offene Forderungen extern bearbeiten lässt, trifft deshalb nicht nur eine operative Entscheidung. Er entscheidet auch über Fairness, Nachvollziehbarkeit und Vertrauen im Umgang mit Menschen, die sich in einer belastenden Situation befinden können.