Wenn Compliance zu spät kommt: Warum GWG-Checks früher in den Prozess gehören

Compliance-Prüfungen – insbesondere im Kontext des Geldwäschereigesetzes (GWG) – werden nicht von Anfang an konsequent mitgedacht.

In vielen Unternehmen beginnt eine Kundenbeziehung heute digital, schnell und weitgehend automatisiert (etwa mit unserer Digital Trust Platform). Onboarding-Prozesse sind darauf optimiert, Reibung zu reduzieren, Abschlüsse zu beschleunigen und Nutzer nicht mit zu vielen Schritten zu verlieren – Stichwort Conversion.

Was dabei jedoch immer noch häufig passiert: Compliance-Prüfungen – insbesondere im Kontext des Geldwäschereigesetzes (GWG) – werden nicht von Anfang an konsequent mitgedacht. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil der Fokus oft zuerst auf Identifikation, Bonität und Conversion liegt. Compliance folgt dann später. Manchmal zu spät.

Ein typisches Muster aus der Praxis

In vielen Organisationen werden Personen oder Unternehmen erfolgreich ongeboarded, Verträge abgeschlossen, Leistungen erbracht. Erst im Nachgang – etwa bei einer periodischen Überprüfung, einer Transaktion oder einem externen Hinweis – stellt sich heraus, dass ein Name auf einer Sanktionsliste steht, ein PEP-Status da ist oder ein Treffer auf einer internationalen Watchlist vorliegt.

Ab diesem Moment wird es selten einfach.

Fälle müssen manuell aufgerollt werden. Kundenbeziehungen stehen plötzlich zur Disposition. Interne Abklärungen, rechtliche Bewertungen und teilweise auch Meldungen an Behörden werden notwendig, vom Thema Reputation ganz zu schweigen. Was zuvor ein sauber automatisierter Prozess war, wird zu einem aufwendigen Sonderfall – mit entsprechendem Zeitaufwand, Unsicherheit und nicht zuletzt vermeidbaren Folgekosten.

GWG bedeutet mehr als ein Häkchen im Prozess

Gerade in GWG-Use-Cases zeigt sich, dass Compliance kein einzelner Schritt ist, den man „irgendwo“ im Prozess unterbringt. Es geht um den laufenden Abgleich gegen nationale und internationale Sanktionslisten, PEP-Register, Watchlists und weitere relevante Datenquellen. Und darum, diese Informationen zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung zu haben – nicht erst dann, wenn bereits Entscheidungen getroffen oder Verpflichtungen eingegangen wurden.

Viele Unternehmen wissen das. Und dennoch sind Compliance-Checks in der Praxis oft noch separat organisiert, manuell angestossen oder technisch nicht sauber in bestehende Kunden-Workflows eingebunden. Meist passieren sie auch nur einmalig, beim Onboarding.

Warum Integration den Unterschied macht

Der entscheidende Hebel liegt weniger in „noch mehr Compliance“, sondern in der sinnigen Integration. Wenn Gegenprüfungen gegen relevante Listen dort stattfinden, wo Kundenbeziehungen entstehen und sich verändern – im Onboarding, bei Mutationen, bei periodischen Reviews oder definierten Triggern – dann werden sie zu einem natürlichen Bestandteil des Prozesses.

Das reduziert nicht nur Risiken. Es entlastet auch Fachabteilungen, vermeidet Eskalationen im Nachgang und sorgt dafür, dass Entscheidungen früher auf einer fundierten Grundlage getroffen werden können. Compliance wird so vom reaktiven Korrektiv zum aktiven Bestandteil moderner Kundenbeziehungs-Workflows.

Schweizer Qualität und bewährte Partnerschaften

Gerade bei Compliance-Daten geht es um Vertrauen. Um Aktualität. Um Nachvollziehbarkeit. Und um die Sicherheit, dass sensible Informationen verantwortungsvoll verarbeitet werden. Deshalb setzen wir bewusst auf Schweizer Qualität und starke Partnerschaften. Gemeinsam mit spezialisierten, etablierten Anbietern stellen wir sicher, dass relevante Compliance-Daten verlässlich verfügbar sind – und sich pragmatisch, ohne grosse Systembrüche, in bestehende Prozesslandschaften integrieren lassen.

Fazit

Compliance – insbesondere im GWG-Umfeld – scheitert in der Praxis selten am Willen, sondern oft an der Einbettung. Wer Compliance-Checks erst dann einbezieht, wenn ein Problem sichtbar wird, zahlt meist einen deutlich höheren Preis. Wer sie früh, intelligent und integriert denkt, schafft die Grundlage für stabile, skalierbare und regulatorisch belastbare Kundenprozesse.


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