Betreibung einfach erklärt
Eine Betreibung kann jede Person treffen. Bereits eine unbezahlte Rechnung kann dazu führen, dass ein Gläubiger eine Betreibung einleitet. Deshalb lohnt es sich, die wichtigsten Schritte des Betreibungsverfahrens zu kennen. Wer weiss, wie eine Betreibung funktioniert und welche Rechte und Pflichten bestehen, kann Fehler vermeiden und rechtzeitig handeln.
Was ist eine Betreibung?
Die Betreibung ist das gesetzlich geregelte Verfahren, mit dem ein Gläubiger eine offene Geldforderung geltend machen kann. Sie dient dazu, ausstehende Schulden einzufordern, wenn eine Rechnung trotz Mahnung oder Ablauf der Zahlungsfrist nicht bezahlt wurde.
In der Schweiz wird das Betreibungsverfahren durch das Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) geregelt.
Eine Betreibung bedeutet nicht automatisch, dass die Forderung berechtigt ist. Die betroffene Person hat das Recht, sich gegen eine ungerechtfertigte Forderung zu wehren.
Wann kommt es zu einer Betreibung?
Eine Betreibung kann eingeleitet werden, wenn eine Rechnung nicht bezahlt wird. Häufig läuft der Ablauf so ab:
- Du erhältst eine Rechnung.
- Die Zahlungsfrist verstreicht.
- Oft folgt eine Mahnung.
- Die Forderung bleibt weiterhin offen.
- Der Gläubiger reicht beim zuständigen Betreibungsamt ein Betreibungsbegehren ein.
Wichtig zu wissen: Eine Mahnung ist rechtlich nicht in jedem Fall Voraussetzung für eine Betreibung. Ein Gläubiger kann unter bestimmten Umständen auch ohne vorgängige Mahnung eine Betreibung einleiten.
Wie läuft eine Betreibung ab?
1. Betreibungsbegehren
Der Gläubiger beantragt beim Betreibungsamt die Einleitung der Betreibung.
2. Zahlungsbefehl
Das Betreibungsamt stellt dir einen Zahlungsbefehl zu. Darin steht, wer die Forderung erhebt und welcher Betrag verlangt wird.
Ab diesem Zeitpunkt hast du verschiedene Möglichkeiten:
- die Forderung bezahlen
- mit dem Gläubiger Kontakt aufnehmen
- Rechtsvorschlag erheben, wenn du die Forderung bestreitest. Es empfiehlt sich nicht, Rechtsvorschlag zu erheben, um Zeit zu gewinnen.
3. Rechtsvorschlag
Wenn du der Meinung bist, dass die Forderung nicht oder nicht vollständig berechtigt ist, kannst du innert 10 Tagen nach Zustellung des Zahlungsbefehls Rechtsvorschlag erheben.
Der Rechtsvorschlag stoppt das Betreibungsverfahren zunächst. Der Gläubiger muss danach nachweisen, dass die Forderung besteht, bevor die Betreibung weitergeführt werden kann.
4. Fortsetzung der Betreibung
Wird kein Rechtsvorschlag erhoben oder wird dieser beseitigt, kann der Gläubiger die Fortsetzung der Betreibung verlangen. Je nach Situation erfolgt die Betreibung auf Pfändung oder Konkurs.
Welche Folgen kann eine Betreibung haben?
Eintrag im Betreibungsregister
Betreibungen werden im Betreibungsregister eingetragen. Vermieter, Banken oder Arbeitgeber können unter bestimmten Voraussetzungen einen Betreibungsregisterauszug verlangen.
Ein negativer Registereintrag kann beispielsweise die Wohnungssuche erschweren oder den Abschluss bestimmter Verträge beeinflussen.
Zusätzliche Kosten
Neben der ursprünglichen Forderung können weitere Kosten entstehen, beispielsweise Gebühren des Betreibungsamts oder Verzugszinsen.
Pfändung oder Konkurs
Wird die Forderung weiterhin nicht beglichen, kann dies je nach Situation zu einer Pfändung oder bei Unternehmen zu einem Konkursverfahren führen.
Was solltest du tun, wenn du einen Zahlungsbefehl erhältst?
Ruhe bewahren und den Zahlungsbefehl sorgfältig prüfen.
Überlege dir:
- Ist die Forderung berechtigt?
- Wurde die Rechnung bereits bezahlt?
- Ist der Betrag korrekt?
- Hast du alle Unterlagen zur Forderung?
- Ist die Forderung berechtigt und kannst du sie bezahlen, solltest du dies möglichst rasch erledigen.
Kannst du den Betrag nicht auf einmal bezahlen, lohnt es sich, frühzeitig den Kontakt mit dem Gläubiger zu suchen. Oft lassen sich Lösungen wie eine Ratenzahlung vereinbaren.
Falls du die Forderung bestreitest, solltest du die Frist für den Rechtsvorschlag beachten und die Forderung bei dem Gläubiger offiziell bestreiten. Hast du eine offene Forderung bei Intrum und möchtest sie bestreiten, dann nutze unbedingt das Kontaktformular «Forderung bestreiten».
Wie kannst du eine Betreibung vermeiden?
Viele Betreibungen lassen sich verhindern.
Hilfreich sind beispielsweise:
Fazit
Eine Betreibung ist ein gesetzlich geregeltes Verfahren zur Durchsetzung offener Forderungen. Wer einen Zahlungsbefehl erhält, sollte die Fristen kennen und rasch reagieren. Je früher offene Rechnungen geklärt werden, desto eher lassen sich zusätzliche Kosten und weitere rechtliche Schritte vermeiden.
Dieser Beitrag ist Teil unseres Informations-Angebots für junge Konsumentinnen und Konsumenten.
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