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Der Weg aus den Schulden führt über den Verzicht

Schwerzenbach, 23.09.2008 – Eine Untersuchung bei ehemaligen Schuldnern zeigt, dass viele ihre finanziellen Probleme ohne fremde Hilfe lösen, da Schulden offenbar immer noch ein grosses Tabu sind. Wer Schulden hat, spart zuerst bei Luxusgütern und bei den Ferien. Besonders Männer machen oft zuletzt Abstriche beim Auto! Jugendliche und junge Erwachsene in den Städten geraten gemäss den Risikoprofilen des Schweizer Schuldner Index von Intrum Justitia noch häufiger in die Schuldenfalle als im Vorjahr. Personen, die in Berufen mit eher tieferen Einkommen – wie Gastgewerbe oder Verkauf – arbeiten, stellen gemäss der neusten Risikoanalyse für die Schweizer Wirtschaft ein besonders hohes Kreditrisiko dar.

Alter unter 30 Jahren, Wohnsitz in einer Stadt der Romandie oder des Tessins, häufiger Adresswechsel und in einem Beruf mit eher tiefem Einkommen tätig – so das Profil des typischen Schweizer Schuldners gemäss der neusten Analyse der Kreditrisiken zum Schweizer Schuldner Index von Intrum Justitia. Die vom Meinungsforschungsinstitut IHA-GfK und der AFO Marketing AG im Auftrag von Intrum Justitia bei ehemaligen Schuldnern durchgeführte ergänzende Befragung zeigt, dass Arbeitslosigkeit, Krankheit und Scheidung die häufigsten Auslöser einer Verschuldung sind. Die meisten Schuldner verzichten auf Luxus und Ferien, um ihr finanzielles Problem zu lösen, professionelle Hilfe wird eher selten in Anspruch genommen.

Akzentuierung der Risikoprofile
Die Datenbasis des Schweizer Schuldner Index bilden Inkassofälle und positive Kreditauskünfte
sämtlicher Kunden, welche zuerst Kreditauskünfte bezogen und anschliessend das Inkasso über Intrum Justitia abgewickelt haben.

Städte und Regionen der West- und Südschweiz bergen die grössten Kreditrisiken
Auffallend viele Schuldner wohnen in Städten, diese Tendenz hat sich gegenüber dem Vorjahr
nochmals verstärkt. Die fehlende soziale Kontrolle in der Anonymität und der hohe Wohnanteil
jüngerer Personen spielen dabei eine Rolle. In ländlichen Gebieten, wo mehrheitlich Familien wohnen, hat sich das Verschuldungsrisiko weiter vermindert.

Jugendliche und junge Erwachsene noch stärker gefährdet als bisher
Die Altersgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren stellt
gegenüber der älteren Bevölkerung ein drastisch höheres Kreditrisiko dar. Dieser Trend hat sich weiter akzentuiert. Das bei der jüngeren Bevölkerung ausgeprägte Markenbewusstsein und die hohe Konsumbereitschaft führen dazu, dass oft mehr Geld ausgegeben wird, als zur Verfügung steht.

Je nach Beruf unterschiedliches Risiko für eine Verschuldung
Im Schweizer Schuldner Index 2008 wurde bei der Analyse des Schuldnerprofils erstmals die
Berufszugehörigkeit miteinbezogen. Es zeigt sich, dass in Berufen mit eher tiefen Einkommen gehäuft Personen mit finanziellen Problemen zu finden sind. Besonders risikobehaftet sind Personen, die im Gastgewerbe arbeiten. Zu den Branchen mit einem hohen Gefährdungspotential gehören u.a. die Landund Forstwirtschaft sowie die Bauwirtschaft. Wenig anfällig für eine Verschuldung sind Personen, die in der Verwaltung, in technischen Berufen, in der Bildung oder im Bereich der Geistes- und Naturwissenschaften tätig sind.

Schuldner ziehen oft um
Die Datenanalyse hat ergeben, dass Personen mit häufigen Wohnungswechseln ein grösseres Risiko darstellen. Dieser Befund hängt teilweise damit zusammen, dass die für eine Verschuldung stärker gefährdete jüngere Bevölkerung den Wohnsitz naturgegeben häufiger wechselt. Der Effekt bleibt aber auch unabhängig von der Altersgruppe (multivariates Modell) signifikant.

Aus eigener Kraft der Verschuldung entrinnen
In einer Untersuchung im Rahmen des Schweizer Schuldner Index 2008 wurden vom
Meinungsforschungsinstitut IHA-GfK AG 500 ehemalige Schuldner interviewt, die vorgängig
mindestens acht offene Inkassofälle bei Intrum Justitia vorliegen hatten, ihre Schulden aber bis im Mai 2008 beglichen hatten.

Verkettung verschiedener Ereignisse führt in die Verschuldung
Über die Hälfte der ehemaligen Schuldner geben mehrere Gründe für ihre finanziellen Probleme an. Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Unfall und Scheidung sind gemäss der Untersuchung die
Hauptauslöser für Geldprobleme. Bei Frauen führt eine Scheidung häufiger zu einer Verschuldung, bei Männern liegen die Gründe gehäuft in Bankkrediten und Leasingverträgen.

Nur ein radikaler Schnitt führt aus der Verschuldung
Knapp 85 Prozent der befragten Personen lösten ihre finanziellen Probleme ohne fremde Hilfe. Neun von zehn Befragten haben mehr als eine Massnahme getroffen, um ihr Schuldenproblem zu lösen. Am meisten genannt wurden Sparmassnahmen wie der Verzicht auf Luxus, Ferien, Unterhaltung oder allgemein auf Konsumgüter. Nur knapp ein Drittel – mehrheitlich Frauen – ist bereit, auf das Auto zu verzichten. Frauen zeigen generell eine grössere Bereitschaft, sich einzuschränken.

Risikofaktor Gratiskreditkarte
Die im Umgang mit Schulden erfahrenen Umfrageteilnehmer sind mehrheitlich der Meinung, dass von Gratiskreditkarten eine hohe Verschuldungsgefahr ausgeht.

 

Über Intrum Justitia
Intrum Justitia ist der führende Anbieter von Credit Management Services in der Schweiz und in
Europa. Intrum Justitia beschäftigt über 3’100 Mitarbeitende in 24 Märkten, davon 200 in der
Schweiz. Die Gruppe ist seit Juni 2002 an der Stockholmsbörsen (Stockholm Stock Exchange) kotiert.

Kontakt:
Dr. Andreas Weidmann, Mediensprecher Intrum Justitia
Tel. 044 455 56 66
E-Mail: medienstelle@ch.intrum.com