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Unbezahlte Rechnungen: Lieferstopp nach 83 Tagen

Rund 15 Prozent der Unternehmen geben als Massnahme an, vermehrt Lieferungen einzustellen. Im Durchschnitt erfolgt die Liefereinstellung 83 Tage ab Zahlungstermin - ein im internationalen Vergleich sehr später Zeitpunkt.


Schweizer Liefereinstellung doppelt so spät wie in Finnland
Schweizer Lieferanten stellen Lieferungen an säumige Lieferanten im Durchschnitt 83 Tage nach Zahlungstermin ein. Bei den befragten Unternehmen zeigte sich jedoch eine hohe Spannweite zwischen dem kürzesten (20 Tage nach Verfall) und dem längsten Wert (270 Tage). Die Hälfte der Unternehmen stoppen weitere Lieferungen gegen Rechnung während dem dritten Monat nach Rechnungsverfall, 31 Prozent während dem zweiten, 14 Prozent nach über 3 Monaten und 5 Prozent bereits während dem ersten Monat. Im internationalen Vergleich warten die Schweizer Unternehmen lange zu:

Durchschnittlicher Lieferstopp ab Verfalldatum
Finnland 39 Tage
Ungarn 44 Tage
Polen 47 Tage
Lettland 48 Tage
Deutschland 73 Tage
Spanien 79 Tage
Italien 81 Tage
Schweiz 83 Tage
Belgien 84 Tage
Portugal 100 Tage

Lieferstopp ist Chefsache
Laut allen im European Payment Index befragten Unternehmen liegt der Entscheid, Lieferungen und Leistungen an einen säumigen Zahler einzustellen, zur Mehrheit im Kompetenzbereich der Geschäftsleitung (59 Prozent der befragten Unternehmen). An zweiter Stelle ist die Entscheidungsbefugnis im Finanzbereich (28 Prozent) angesiedelt und lediglich bei 8 Prozent bei den Verkaufsverantwortlichen. Eine automatisierte, IT-basierte Leistungseinstellung wird lediglich von 5 Prozent der Unternehmen eingesetzt. Je grösser ein Unternehmen, desto stärker wird die Entscheidungskom¬petenz in den Finanzbereich delegiert. Bei 71 Prozent der Unternehmen bis zu 50 Mitarbeitenden entscheidet die Geschäftsleitung, bei Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden beträgt der Anteil nur noch 29 Prozent, während der Anteil des Fi¬nanzbereichs entsprechend ansteigt.Als häufigste Kriterien für eine

Liefereinstellung wurden die Dauer des Ausstandes, gefolgt von der Bonität des Kunden sowie der Höhe des Ausstandes genannt. Andere Kriterien werden nur selten angewendet, in den meisten Fällen wird jedoch ein Entscheid auf mindestens zwei der vorgenannten Kriterien gestützt.

Ambivalente Erfahrungen
Die Erfahrungen der befragten Unternehmen mit Lieferstopps sind zwiespältig. Einerseits geben je ein Anteil von 30 Prozent der Unternehmen an, dass sich die Kundenbeziehung nach einer Liefereinstellung verbesserte resp. verschlechterte, andererseits hat sich der Kundenumsatz lediglich bei 7 Prozent der Unternehmen danach erhöht, während er bei 23 Prozent gesunken ist. Bei der Mehrheit der Unternehmen (70 Prozent) hat sich der Kundenumsatz nach Wiederaufnahme der Lieferung nicht nennenswert verändert.

Trotz der eher negativen Auswirkungen gaben 15 Prozent der Unternehmen an, während den vergangenen zwei Jahren häufiger Lieferstopps verhängt zu haben als zuvor.

 

Über Intrum Justitia
Intrum Justitia ist der führende Anbieter für Forderungsmanagement in der Schweiz und in Europa. Rund 2.800 Mitarbeiter in 22 europäischen Ländern betreuen zurzeit mehr als 90.000 Kunden mit auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Dienstleistungen rund um Inkasso und Forderungsmanagement. Die Gruppe mit Hauptsitz in Stockholm bearbeitet ein Forderungsvolumen von insgesamt rund neun Milliarden Euro. Im Jahr 2005 erwirtschaftete sie einen Umsatz von 384 Millionen Euro. Das Leistungsportfolio umfasst die gesamte Wertschöpfungskette des Forderungsmanagement. Der Arbeit von Intrum Justitia liegt eine Unternehmens-Philosophie zugrunde, die sich in einer Botschaft zusammenfassen lässt: «Fair pay...please!» Damit versteht sich das Unternehmen mit seinen Dienstleistungen als Mittler zwischen Gläubigern und Schuldnern.

 

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